Gestern haben mich die Rohrdommeln noch einmal ins NSG Thürer Wiesen verschlagen.
Ich habe sie beim letzten Mal zwar schon ganz nett erwischt – Luft nach oben gibt es ja immer – und beim allerersten Mal ist man ja meistens auch erst einmal zufrieden, aber das geht natürlich besser.
Da wir Samstagabend bei Freunden waren und es recht spät wurde, war ich dementsprechend spät auch erst am Sonntagmorgen vor Ort. Kurz nach 11 Uhr waren es als ich dort aufschlug und schon drei MitstreiterInnen am Teich entdeckte, die nach den Rohrdommeln Ausschau hielten und das teils schon etwas länger.
Nachdem sich allerdings zu diesem Zeitpunkt keine Rohrdommel zeigen wollte, entschloss ich mich, erst einmal eine Runde durch das Gebiet zu laufen. Ich hatte gehofft, den Steinkauz noch einmal vor einer seiner Wohnröhren anzutreffen, nachdem er sich in den letzten Tagen dort einige Male gezeigt hatte. Aber er schlief wahrscheinlich zu dieser fortgeschrittenen Morgenstunde schon.
Am großen Teich am anderen Ende der Wiesen war nicht wirklich etwas los. Die einzigen interessanten Motive waren zwei Brandgänse, die man bei uns auch nicht so häufig sieht und einige Pfeifenten, die auch nur im Winter den Weg zu uns finden. Allerdings hielten sie sich für vernünftige Bilder leider zu weit entfernt auf.
Und so landeten auch nur die obige Nilgans und ein Rotkehlchen dort vor meiner Linse.
Zurück an den kleinen Teichen erfuhr ich dann, dass eine der Rohrdommeln in meiner Abwesenheit in den Teich gewechselt hatte, der fast völlig mit Schilf durchzogen ist und einem Teil der Anwesenden Flugbilder beschert hatte. Na super, hätte die nicht warten können, bis ich wieder zurück bin.
Naja, man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben und so hieß es warten und immer wieder das Schilf abscannen.
Während der Wartezeit verringerte sich die Zahl der Mitstreiter doch deutlich und so standen wir nach 2 Stunden gerade noch zu Zweit am Teich als eine der Rohrdommeln plötzlich keine 5 Meter von uns entfernt den Kopf aus dem Schilf reckte, was mein Mitstreiter Gott sei Dank trotz unserer Unterhaltung gesehen hatte.
Es dauerte nur einen Augenblick bis die Rohrdommel die Flucht ergriff und aufflog, um sich im hinteren Teil des Teiches im Röhricht wieder nieder zu lassen. Das Ganze dauerte noch nicht einmal 10 Sekunden.
Ich hatte Gott sei Dank zu dem Zeitpunkt mein 200-800er mit Konverter eingefahren, sonst hätte ich sie wahrscheinlich nicht aufs Bild bekommen … so nah war sie.
Aber hier die drei Bilder aus der kleinen Flugserie, die ich ausgesucht habe.
Das Warten hatte sich also doch gelohnt. Geduld zahlt sich halt oft aus und die braucht es bei der Naturfotografie immer wieder.
Während der nächsten 1 1/2 Stunden des Wartens, ohne dass sich eine der Rohrdommeln noch einmal gezeigt hatte, konnte ich die ersten Kraniche sehen, die wieder gen Nordost unterwegs waren. Die ersten Rückkehrer. Ich persönlich wäre ja noch im wärmeren Süden geblieben.
Als gegen 16 Uhr das Licht schließlich auch immer schlechter wurde, war ich auch entsprechend durchgefroren und froh, im Auto sämtliche Heizungen anmachen zu können *ggg*.
Euch wünsche ich nun eine angenehme Woche.
Eure
Frauke










Ich gebe es zu, da bin ich dann doch neidisch, auch wenn ich Dir die Bilder natürlich nicht neide und sie Dir von Herzen gönne. Auf Fehmarn steht immerhin ein Papp-Rohrdommel im Schilf
Die konnte sogar ich fotografieren.
Geduld und Ausdauer brauchen wir. Wie oft bin ich schon irgendwo fast fest gefroren aus Angst, den entscheidenden Moment zu verpassen
WOW, grüne Beine und blaue Federn. Herrlich, liebe Frauke!
Grüßle
Traudi