Samstagsspaziergang

Immer wenn wir mal etwas zur Entsorgungsanlage in Miel zur Vernichtung gebracht haben, die mitten zwischen weitläufigen Feldern liegt und an der ein kleiner Fußweg immer entlang des Swistbaches in Richtung Heimerzheim vorbei geht, habe ich mir gedacht, dass das bestimmt ein schöner Weg zum Spazieren und ggf. Fotografieren ist.

Und weil ich einen sehr netten GöGa habe, hat dieser mich dann am späten Samstagmorgen dort mit dem Auto hingefahren. 

Von dort habe ich dann meinen samstäglichen Spaziergang Richtung Heimat begonnen.

Das ich es wahrscheinlich nicht bis ganz nach Hause schaffen würde, denn Brenig liegt noch ein ganzes Stück hinter Heimerzheim, das war mir bereits vorher klar. Aber ich wollte sehen, wie weit mich meine Füße tragen und lief frohen Mutes los.

Bis Heimerzheim ging es immer entlang des ruhig fließenden Swistbaches.

Vorbei an teils schon grünen Feldern und recht vielen Feldhasen, die im noch nicht so hohen Gras und Getreide noch leichter zu entdecken sind.

Sogar 3 Silberreiher standen mit einigen Graureihern, die es hier zuhauf gibt, auf einem Feld.

Die Silberreiher waren bis vor einigen Jahren in Deutschland noch nicht so häufig anzutreffen. Sie breiten sich allerdings von Osten immer weiter aus und mittlerweile trifft man sie sogar bei uns an, wenn auch noch nicht in gehäufter Zahl.

Und so ist es für mich immer noch ein Highlight, wenn ich einem mit der Kamera begegne und ihn fotografieren kann, was mir jetzt erst das zweite Mal gelungen ist.

 

 

Auch einen Eisvogel konnte ich so gerade noch entdecken, als er in einem Affenzahn – wie das bei Eisvögeln so üblich ist – knapp über dem Wasser an mir vorbeiflog.

Leider konnte ich ihn danach aber nirgendwo sitzend entdecken.

Auch eine Bisamratte wollte leider nicht ins Internet.

Sie entdeckte mich zur gleichen Zeit wie ich sie und bevor ich die Kamera auch nur anheben konnte, tauchte sie ab.

Da der Swistbach nicht sehr tief aber sehr klar ist, konnte ich ihr dann zusehen, wie sie unter Wasser weiter schwamm … natürlich in die Richtung, aus der ich eigentlich gekommen war.

Aber egal, wer ein Foto haben will, der muss eben nochmal zurück und so begleitete ich sie erst mal 20 Meter wieder in die andere Richtung bis sie schließlich unterhalb der Wasseroberfläche in einem Eingang von ihrem Bau verschwand und sie machte auch leider keine Anstalten, aus einem der anderen zahlreichen Ausgänge über Wasser wieder hinaus zu kommen.

Bei Sonnenschein und warmen 16 Grad zog ich dann irgendwann meine Jacke aus. Yeah, mein erster Spaziergang 2020 ohne Jacke. :huepfdreh:  

Bei diesem schönen Wetter zog es auch so einige Schmetterlinge in die weite Welt, aber alle waren so aktiv, dass sich keiner irgendwo für ein Foto niederlassen wollte.

Der ArschlochAurorafalter, der an mir vorbei flatterte, natürlich erst recht nicht. Ich wollte ihn ja eigentlich nicht mehr so nennen, nachdem ich ihn letztes Jahr das erste Mal überhaupt fotografieren konnte. ;-)

Dafür gönnte mir Herr Turmfalke 2 Bilder und auch ein Rotkehlchenpaar ließ sich gemeinsam ablichten.

 

 

Schließlich in Heimerzheim angekommen ging es dann leider erst einmal ein ganzes Stück durch den Ort und davon ein ziemliches Stück bergauf *uff* bis ich schließlich dem Wald Richtung Bornheim näher kam.

Naaaa … sollte ich es tatsächlich bis nach Hause schaffen ?

Lt. Karte waren es ab Waldrand noch ca. 1 1/2 Stunden, allerdings war ich auch schon seit fast 3 Stunden unterwegs … mal sehen.

Als ich den Waldrand erreicht hatte, sollte es lt. Karte auf dem kürzesten Weg eigentlich schnurstracks geradeaus durch den Wald gehen, aber irgendwie sah es dort nicht wirklich danach aus, als wäre der eingezeichnete Weg noch offiziell existent.

Man konnte erahnen, dass da mal ein Weg war, aber dieser wurde mit Sicherheit seit geraumer Zeit schon nicht mehr so oft genutzt. Aber er war als solcher noch halbwegs erkennbar, wenn auch recht zugewachsen.

Ich hätte links oder rechts mit Umweg abbiegen können, aber dazu hatte ich nun so gar keine Lust. ;-)

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Frei nach diesem Motto ging ich dann schließlich geradeaus in den Wald.

Der Weg sollte nur 1 km lang sein, bevor ich wieder auf einen befestigten Weg lt. Karte treffen sollte.

In Abschnitten muss der Weg mal von Waldmaschinen befahren worden sein, denn teilweise bestand er nur noch aus tiefen Fahrspuren. So manche gut mit Wasser gefüllt. So einige Grasfrösche – wahrscheinlich total verdutzt, dort mal einen Menschen zu sehen – sprangen vor meinen Füßen ins kühle Nass.

So einige Fahrrinnen, die mal mit Wasser gefüllt waren, waren allerdings auch total versumpft und an einigen Stellen gab es keine Möglichkeit, diese am Rande zu umschiffen und so blieb mir nichts anderes übrig, als zu versuchen, möglichst ohne einen meiner Turnschuhe im Morast zu verlieren und ohne selbst im Matsch zu landen, da durch zu kommen.

Umkehren kam zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in Frage. Dafür war ich schon zu weit gekommen. ;-)

Außerdem macht so ein bisschen Schlamm ja auch schön. Ok … in dem Fall halt nur schöne Füße. :green:  

Ob die 3 Hochstände, die ich auf dem Weg passierte, tatsächlich noch von Jägern genutzt werden, wage ich fast zu bezweifeln. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass die jedes Mal da durch den Morast waten und auch die Baumstämme umschiffen oder überklettern, die teilweise den Weg versperrten. ;-)

Auf jeden Fall kann 1 km auf einem solchen „Weg“ ganz schön lang werden, wenn man nicht in gewohntem Tempo voran kommt. :augenroll:  

Ich war froh, als ich schließlich in einiger Entfernung einen Radfahrer vor mir queren sah und somit wusste, dass der wirklich anstrengende Abschnitt gleich geschafft sein würde.

Tja und eigentlich hätte der kürzeste Weg gen Heimat dann am Ende des Survivalpfades geradeaus geführt.

Vorgefunden habe ich allerdings DAS hier …

 

 

… die Rückseite der Golfanlage Römerhof bei Loch 3. :augenroll:  

Nix mit geradeaus gehen wie die Karte es eigentlich vorsah. Ein gesichertes Tor machte den Durchgang quer über die Golfanlage unmöglich.

Ob da jetzt grundsätzlich zu ist oder das Tor nur während der Öffnungszeiten der Anlage offen ist, das weiß ich nicht. Dank Corona ist die Anlage natürlich zur Zeit geschlossen.

OK … also dann doch einen Umweg. :-(

Gott sei Dank entschloss ich mich an dieser Stelle den Weg links um die Golfanlage zu wählen und nicht den Weg rechts herum.

Links ging es nämlich erst mal Richtung Landstraße, wo ich dann wieder erst einmal durch Felder gelaufen wäre. Rechts wäre es durch den Wald gegangen … allerdings auf vorhandenem offiziellen Pfad. ;-)

Auf diesem Stück Richtung Landstraße gingen mir dann endgültig die Kräfte aus. Von jetzt auf gleich fiel es mir immer schwerer noch einen Fuß vor den anderen zu setzen.

Als ich dann schließlich nach insgesamt 9,3 km Wegstrecke ab Startpunkt an der Landstraße ankam, war nicht mehr daran zu denken, auch das letzte Stück (was bestimmt auch nochmal 3 km gewesen wären) noch bis nach Hause zu laufen und so rief ich dann schließlich nach etwas über 4 Stunden laufen den GöGa an und stöhnte ins Telefon, ich könne keinen Schritt mehr laufen und er möge mich doch bitte mit dem Auto einsammeln, was er dann 10 Minuten später auch tat. ;-)

Zum Zeitvertreib machte ich hier dann noch das letzte Foto des Tages. ;-)

 

 

Für einen geübten Wanderer sind 9,3 km ein Klacks.

Aber nach dem Winter, wo Frau ja etwas gehfauler ist und der anstrengenden Survivalstrecke durch den Wald und der Tatsache, dass ich keine Elfe, sondern eher eine Zwölfe bin, war das für mich eine echt anstrengende Tour *uff*.

Zu Hause ging es dann erst mal eine Runde in die Badewanne … die schweren Glieder ins warme Nass betten. Natürlich mit viiiiiiiiel und duftendem Schaum zum Wohlfühlen. :-)

Und euer Samstag ? Auch anstrengend oder eher chillig ?

Eure

Frauke

 

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4 Kommentare

  1. Hallöle
    Respekt! Da hast du eine gute Wanderung hinter dich gebracht.
    Ist es nicht so das man am Ende zwar total müde und kaputt,
    aber sehr glücklich am Ziel ankommt. Und auch noch so viel schöne Natur gesehen hat.
    Deine Bilder, vor allem im Zusammenhang mit dem sehr guten Text, sprechen wieder für sich!
    Super finde ich das Wiesenschaumkraut, tolle Farben!

    Liebe Grüße
    Andy

    • Huhu Andreas,
      ja, das war schon ein Stückchen.
      Und du hast recht … man ist total im Eimer, aber glücklich. :-)
      So viele schöne Eindrücke gab es bei diesem herrlichem Wetter und nach dem Winter zu sehen … eine Wohltat für das Auge.
      LG Frauke

  2. Hallo Frauke,

    Du entwickelst dich ja zum echten Überlebenskünstler. :green: Aber das ist gut, dann kannst Andreas und mich, wenn wir wieder zusammen losziehen dürfen, retten. :totlach: Auf jeden Fall hast Du da eine gute Tour gemacht, die klasse beschrieben und bebildert ist. Da wäre ich gerne mitgegangen.

    Viele Grüße
    Helmut

    • Huhu Helmut,
      ja, ich bin demnächst voll ausgebildete Überlebenskünstlerin … also fast. Ich fürchte, die Ernährungsweise mit Raupen und Co. entspricht nicht so meinem Naturell. ;-)
      LG Frauke

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