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Ein Spaziergang durch die Waldau

 

Die Waldau ist ein Teil des Bonner Stadtwaldes. Sie liegt im Stadtteil Ippendorf am Südhang des Venusbergs und bildet den nördlichsten Teil des Kottenforsts. Bekannt ist sie vor allem als Ausflugsziel … so steht es bei Wikipedia geschrieben.

Ich wusste immer, dass es die Waldau gibt und ich wusste, dass in der Waldau das städtische 7 Hektar große Wildgehege liegt, dass durchgängig geöffnet hat und kostenlos besucht werden kann, allerdings war ich mit meinen 41 Lenzen bislang noch nicht einmal dort und wir wohnen ja nun wirklich nur ca. 20 Minuten entfernt. Drei sehr große Gehege für Rot-, Schwarz- und Dammwild gibt es dort. Rot- und Dammwildgehege sind jeweils aufgeteilt in eine große Grünfläche zum Äsen und bewaldetes Gebiet, in das sich das Wild auch zurückziehen kann.

 

 

 

Die Schwarzkittel dagegen haben auch eine etwas bewaldete Fläche und viel Fläche zum Wühlen und Wälzen *ggg*. Vor allem sind die ersten Frischlinge angekommen … die sind ja sooooo süß !  :love:  

 

Wer die Tiere füttern möchte, kann dies tun. Futterautomaten spucken gegen Bares etwas aus. :-) Die Tiere mit anderen Dingen zu füttern ist zu ihrem Schutz verboten und steht wirklich überall an den Gehegen angeschlagen. Naaaaaa ? Hält sich wohl jeder daran ? Neeeee, natürlich nicht. So konnte ich aus einiger Entfernung durch mein Teleobjektiv beobachten, wie eine junge Frau mit Mann und Kind Salatblätter und Möhren- sowie Kartoffelschalen durch das Gitter warf.  :motz:  

Wer – so wie der GöGa und ich – auch außerhalb des Geheges ein bisschen laufen möchte, dem empfehle ich den anliegenden „Weg der Artenvielfalt“. Auf einer Länge von 2,3 km kommt man an 9 Erlebnisstationen und 25 Infotafeln vorbei. Verschiedene Baumarten und Tiere des Waldes werden dort vorgestellt und erklärt, wie alles ökologisch zusammenhängt. Und dies alles auch für Kinder leicht verständlich. Auch die Erlebnisstationen sind klasse. Es gibt zum Beispiel einen 90 Meter langen Barfußpfad, auf dem verschiedene Bodenformen ertastet werden können. Es gibt einen 6 Meter langen Laubtunnel, wo man die verschiedenen Laubschichten betrachten kann.

In der Waldau blühen auch noch jede Menge Buschwindröschen. Ganze Teppiche überdecken den Waldboden. Und auch sonst fängt es an jeder Ecke an zu blühen an. :-)

 

 

Außerdem kommt man am Annaberger Feld vorbei. Eine Feuchtwiese mit Teich, in dem sich schon Mini-Kaulquappen tummeln und an dem im Sommer bestimmt einige Libellen beobachtet werden können.

 

 

Überall im Wald verteilt stehen Kopfbuchen. 

 

 

Schon seit dem Mittelalter wurde der Wald in vielfältiger Weise genutzt. Ganz wesentlich war die Versorgung der Bevölkerung mit Brennholz. Hierzu bediente man sich überwiegend der Niederwaldwirtschaft, das heißt alle 15 bis 20 Jahre schlug man ganze Waldbereiche kahl und ließ die Bäume aus dem Wurzelstock neu austreiben. Ganz wichtig war auch der Vieh-Eintrieb zur Weide in den Wald, denn ganzjährige Stallhaltung und Fütterung gab es in der Landwirtschaft damals noch nicht. Das in den Wald getriebene Vieh fraß aber natürlich auch die nachwachsenden Triebe der Bäume und so schnitt man das Brennholz eben dort, wo das Vieh nicht mehr heranreichen konnte – in rund zwei Meter Höhe. So entstanden die hier typischen Kopfbuchen. Diese Art der Waldbewirtschaftung wird heute im Kottenforst nicht mehr betrieben. Als Zeugnis einer historischen Wirtschaftsform sollen die Kopfbuchen so lange wie möglich erhalten werden.

Der Wald wird zum größten Teil hier sich selbst überlassen. Das gehört auch zum Ökosystem „Wald“ dazu. So wird dieser Riese hier liegen bleiben und vielen Insekten und damit Vögeln ein reich gedeckter Tisch sein.

 

 

Der „Weg der Artenvielfalt“ ist wirklich wunderschön und toll gemacht. Ein kleiner lehrreicher Spaziergang für Familien mit Kindern.

Und am Ende wartet auf die Kinder natürlich auch noch der große Spielplatz. :-)

Start und Ziel ist der Parkplatz am Haus der Natur.

Ich hoffe, euch hat der kleine Rundgang gefallen.

Eure
Frau Fröhlich

10 Antworten auf Ein Spaziergang durch die Waldau

  • Wow was ein toller Post :huepfdreh: Vielen Dank für die schöne Führung :nicken: Die Frischies gefallen uns auch :liebe: Schade, dass sich nicht alle an die Fütterungsvorschriften halten :motz:
    Schnurrer Engel und Teufel

    • Huhu Engel und Teufel,
      bitte gerne :-) Tja, so sind bestimmte Menschen … die müssen sich an keine Regeln halten ! :-(

      LG Frauke

  • Ein ganz wunderbarer Spaziergang, herrlich bebildert. Die Baumstämme sind faszinierend. Sieht aus wie in einem Märchenwald. Danke dafür, dass du uns mitgenommen hast.

    • Huhu Ute,
      die alten knorrigen Bäume dort überall waren schon toll. Wie in einem Gespensterwald. Im Düstern wird es bestimmt ein wenig gruselig dort :-)
      LG Frauke

  • Liebe Frauke,

    das war aber ein ausgedehnter Spaziergang, auf den Du uns mitgenommen hast und ich freue mich am frühen Morgen über Deine schönen Bilder. Vielen Dank dafür.

    Bei Hanau gibt es einen ähnlichen Wildpark, in dem wir früher mit den Kindern häufiger waren. Auch eine Falkner-Vorführung gibt es dort. Die Alte Fasanerie. ;)

    Viele liebe Grüße und einen schönen Tag wünsche ich Dir,
    Kerstin

    • Huhu Kerstin (TG),
      bitte gerne :-) Falkner Vorführungen sind auch sehr interessant. Sollte ich mir auch nochmal angucken :-)
      LG Frauke

  • Das sind wunderschöne Bilder und ich bin gerne mitgegangen.

    LG Mathilda :motz:

  • Oh wie schade, dass das so weit weg ist von uns. Da würde ich gern spazieren. Kostenlos sogar? Das hat man selten.
    Lachen muss ich über die Kopfbuchen. Das muss ich Sohnemann zeigen und fragen, ob er das auch kennt (muss ich mir unbedingt merken, bis er wiederkommt).
    Ja die kleinen Schweinchen sehen süß aus, aber begegnen möchte ich so einer Rotte niemals.
    Liebe Abendgrüße von mir zu Dir.

    • Huhu Kerstin,
      ja, ums Eck seid ihr nicht gerade. ;-) Aber bei euch ist es doch auch super schön. Und ihr hab viel mehr Natur als wir. Da beneide ich dich total. :-)
      Ja, ner Rotte zu begegnen, macht glaube ich keinen Spaß. Hatte erst einmal das Vergnügen mit Schweinen im Wald. Es waren nur 4 und ich hatte meinen damaligen Pflegehund dabei und sie haben es vorgezogen, den Rückzug anzutreten. Hatten aber auch keine Frischlinge mit.
      LG Frauke

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