– eine fotografierende Rheinländerin im Vorgebirge mit GöGa & den Orienauten –
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Tagebuch einer Katze

2013-05-FCa-0269

 

452. Tag – Die Menschen, die mich gefangen nahmen, fahren fort, mich mit bizarren, kleinen baumelnden Objekten zu ärgern. Sie essen frisches Fleisch, während ich gezwungen bin, getrockneten Fleischersatz zu essen. Das einzige, das mich am Leben hält, ist die Hoffnung auf Flucht und das bisschen Befriedigung, wenn ich wieder ein Möbelstück ruiniert habe. Morgen könnte ich vielleicht noch eine Zimmerpflanze essen.

461. Tag – Der Versuch, meine Wärter umzubringen, indem ich zwischen ihren Beinen herumlief, während sie gingen, wäre beinahe erfolgreich gewesen. Ich muss das am oberen Ende der Treppe probieren. In einem Versuch, diese gemeinen Tyrannen anzuekeln und damit zurückzuschlagen, habe ich mich dazu gebracht, mich auf ihrem Lieblingssessel zu übergeben … ich muss das demnächst auf ihrem Bett probieren.

462. Tag – Ich habe den ganzen Tag geschlafen um meine Wärter dann durch Schlafentzug fertig zu machen indem ich in der Nacht unaufhörlich um Futter gebettelt habe.

465. Tag – Ich habe eine Maus geköpft und ihnen – in einem Versuch, ihnen bewusst zu machen, wozu ich imstande bin und sie das Fürchten zu lehren – den kopflosen Körper gebracht. Sie sind in Verzückung ausgebrochen und haben sich herabgelassen, mir zu erklären, was ich nicht für eine brave Katze sei …. hmmm … ist wohl nicht ganz nach Plan gelaufen.

468. Tag – Jetzt ist mir endlich klar, wie sadistisch sie sind. Ohne besonderen Grund wurde ich für die Wasserfolter ausgewählt. Diesmal schloss das auch eine brennende, schaumige Chemikalie mit ein, die sie “Shampoo” nannten. Welche kranken Gehirne können sich so eine Flüssigkeit einfallen lassen? Mein einziger Trost ist das Stück Daumen, das immer noch zwischen meinen Zähnen steckt.

471. Tag – Es gab eine Art Zusammenkunft mit ihren Komplizen. Während dieses Events wurde ich die ganze Zeit alleine in ein Zimmer gesperrt. Trotzdem konnte ich den Lärm hören und den ekeligen Gestank der Glasröhren, die sie “Bier” nennen, riechen. Was allerdings viel wichtiger ist, ich konnte mithören, dass meine Einzelhaft meiner “Allergie”-Kraft zu verdanken ist. Ich muss herausfinden was das ist und wie ich es zu meinem Vorteil verwenden kann.

474. Tag – Ich bin überzeugt, dass die anderen Gefangenen ihre Lakeien sind – möglicherweise sogar Spione. Der Hund wird routinemäßig ausgelassen und ist mehr als glücklich, wenn er wieder zurückkehren kann. Offensichtlich ist er ein Dummkopf. Der Vogel muss ihr Informant sein. Er hat ihre schreckliche Sprache gelernt und spricht regelmäßig mit ihnen. Ich bin sicher, dass er ihnen jede meiner Bewegungen mitteilt. Da er zur Zeit in einem Metallzimmer untergebracht ist, ist er vor mir in Sicherheit. Aber ich kann warten, es ist nur eine Frage der Zeit …