Wie wir zu unseren Ories gekommen sind …

Also zunächst einmal heißen unsere Katzis ”Die Orienauten”, weil sie alle zu den orientalischen Katzen (Siam, Balinese, Orientalisch Kurzhaar und Orientalisch Langhaar) gehören.

Linus und Leah sind bzw. waren zwar nur halbe Orientalen (Siamkatze x Hauskater) … aber ihr Benehmen ist / war eindeutig orientalenlastig.

Wer Orientalen kennt, der weiß was damit gemeint ist. :-)

Sie geben sich alle Mühe, charakter- und verhaltensmäßig dem zu entsprechen, was man über Orientalen im Allgemeinen sagt. Und sie sind sehr gut darin *grins* … so gut sogar, dass sie sogar mir als absolutem Orie-Fan zwischendurch mal gehörig auf den Keks gehen können, je nach dem, wer was gerade wieder durchzusetzen versucht. ;-)

Und so kam es, dass die Orienauten nach und nach zusammenfanden …

Als ich erwachsen geworden Zuhause auszog, wollte ich nicht ohne Tiere bleiben. Ein Hund kam leider aufgrund meiner Berufstätigkeit nicht in Frage und zu Katzen fehlte mir immer der Bezug, obwohl ich in einem Zuhause mit Katzen aufgewachsen bin. Ich kannte nur die typischen Feld-Wald-Wiesen-Katzen, die stets ihre eigenen Wege gingen, was darauf zurückzuführen ist, dass es sich bei den Katzen in meiner Kindheit immer um Tiere handelte, die beim Bauern geboren und während der Prägezeit nicht sehr an den Menschen gewöhnt wurden. Ich komme halt doch vom Dorf, wenn man es so will, auch wenn unsere Gemeinde über die Jahre recht gewachsen ist. Fressen, schlafen und schon waren die Katzen wieder auf Streife.

Also mussten es wohl oder übel Tiere sein, die im Käfig lebten. Ratten, Mäuse und Meerschweinchen lebten nacheinander bei uns und schenkten uns viel Freude aber auch viele Sorgen. Rätze und Mäuse, für Forschungslabore gezüchtet, erreichen meist nicht das dritte Lebensjahr und auch mit unseren Meerschweinchen hatten wir gesundheitlich nicht wirklich Glück, sodass ich nach dem Tod unseres letzten Schweinchens kein Tier mehr wollte. Zu weh tat mir jedes Mal der Abschied.

Aber es kam dann eben doch anders … ich hielt es, wenn ich mich recht erinnere, keine 3 Monate ohne Tier aus. ;-)

Eines schönen Nachmittags besuchte ich eine Freundin, die eine Katze aus dem Tierschutz zu sich geholt hatte. Ich sah sie und es war um mich geschehen. Solch eine Katze hatte ich noch nicht erlebt. Anhänglich, fast klettig und redselig. Man konnte sich wunderbar mit ihr unterhalten und sie forderte die Aufmerksamkeit der Menschen und wollte beschäftigt werden. Das genaue Gegenteil von dem wie ich Katzen bis dato kannte. Eigentlich eher wie ein kleiner Hund. Heute weiß ich aufgrund meiner jetzigen Erfahrung mit Orientalen, dass sie wohl Orientalenblut in sich gehabt haben muss. Ihr Wesen deutete zumindest sehr darauf hin.

Und so war die Idee geboren, ich wollte eine Katze … nein, ich wollte zwei, denn Einzelhaltung kommt für mich nicht in Frage. Schließlich sind wir ganztags berufstätig und Katz würde sich alleine langweilen. Nur wie bringe ich das meinem Mann bei ? *grübel* … irgendwie war ich fest davon überzeugt, dass er dagegen sein würde, denn auch er hatte keinerlei Bezug zu Katzen bisher.

Am selben Abend holte mich mein Mann nach der Arbeit bei meiner Freundin ab und auch er lernte Bobby, so hieß der nette Kater, kennen und schließlich fuhren wir später nach Hause.

Die nächsten 2 Wochen habe ich überlegt und überlegt, wie ich meinem Mann wohl am besten meinen Wunsch näher bringen könnte, aber es wollte sich einfach keine Gelegenheit dafür bieten, sodass ich dann irgendwann einfach meinen Mut zusammennahm und ihn fragte, was er von einer Katze als neues Haustier halten würde … erst mal vorsichtig mit EINER Katze anfangen und nicht direkt mit der Tür ins Haus fallen dachte ich.

Und wie überrascht war ich, als mein Mann ohne lange zu überlegen meinem Wunsch zustimmte und gleichzeitig äußerte, dass nur zwei Katzen in Frage kämen, denn eine würde sich schließlich langweilen, wenn wir nicht zu Hause wären … Katz, das klappte ja wie am Schnürchen !

Tja, aber wie kommt man an die richtige Katze ? Ich hatte ja null Ahnung von Katzen. Von Katzenrassen hatte ich erst recht keine Ahnung. Ich kannte nur die typischen Feld-Wald-Wiesen-Katzen und so guckten wir schließlich in die Zeitung und durchforsteten Anzeigen.

Es war mitten im Sommer 2001 und die Frühlingskatzen wohl fast alle vermittelt, denn es waren nur wenige Katzis annonciert. Wir wollten junge Katzen, um sie selbst zu formen, eine erwachsene Katze aus dem Tierschutz traute ich mir damals ohne näheres Wissen über Katzen nicht zu und so lasen wir eine Anzeige, in der Mischlingskätzchen abzugeben waren.

Ich rief an und bat um einen Besuchstermin. Vor Ort stellte sich dann heraus, dass die Vermittlerin eine Perserzüchterin war und eine ihrer Perserkatzen als Amme für die Kleinen fungiert hatte. Die echte Mutter der Kätzchen war nach der Geburt gestorben und die Kleinen waren auf diesem Wege zu ihr gekommen, um ihnen eine Lebenschance zu ermöglichen. Die Mutter der Kitten war eine Siamkatze gewesen und der Vater ein schwarz-weißer Hauskater.

Die beiden waren noch halbwüchsig als die Siamesin das erste Mal rollig wurde und der Kater sie trotz seines eigenen jugendlichen Alters schon deckte. Die damalige Besitzerin hatte damals nicht damit gerechnet und schlichtweg den Termin der rechtzeitigen Kastration verpasst.

Ein süßes Dreiergespann kam zur Welt. Zwei schwarz-weiße Kätzchen (Linus und Leah) und ein black-tabby Katerchen. Der black-tabby-Kater kam leider blind auf die Welt. Er hatte seine Augen bei der Geburt schon geöffnet und sie waren durch das Fruchtwasser geschädigt. Aufgrund dieser Tatsache stand er auch nicht mehr zur Vermittlung. Die Perserzüchterin hatte schon beschlossen, ihn selbst zu behalten. Also blieben sowieso nur noch die zwei schwarz-weißen Kätzchen übrig und so holten wir sie 2 lange Tage später endlich zu uns.

Und da wir nun schon Siam-Mischlinge hatten, wollte ich nun auch wissen, was eine Siamkatze überhaupt ist. Heute weiß ich natürlich, dass ich mich eigentlich früher darüber hätte erkundigen müssen. Aber man sehe es mir nach, ich hatte damals überhaupt keine Ahnung davon, dass Rassekatzen genauso wie Rassehunde verschiedene rassetypische Charaktereigenschaften mitbringen *hüstel* … tja, irgendwie hatte ich das große Glück überhaupt. Die Beschreibung passte haargenau auf den Kater meiner Freundin, der mich überhaupt erst auf den Gedanken brachte, eine Katze zu wollen. Nur … sollten unsere Katzis als Mischlinge auch Siam-Erbe abbekommen haben ? Sie hatten und das reichlich … zumindest was Temperament, Redseligkeit und Anhänglichkeit betrifft. Es schien so, als sei es von vorn herein bestimmt, dass die Orientalen Einzug in unser Leben halten sollten.

Mit ca. 6 Monaten mussten wir dann aber leider feststellen, dass sich Leah und Linus in Sachen Temperament etwas gegensätzlich entwickelten. Linus wollte als Halbstarker den lieben langen Tag spielen und raufen und Leah etwas zurückhaltender konnte einfach nicht mehr mithalten. Sie ging schließlich nur noch geduckt durch die Wohnung, weil Linus ständig irgendwo lauerte und sie quasi überfiel. Das musste sich dringend ändern ! Und so beschlossen wir, dass ein reinrassiger Orientale in unserem Haushalt Einzug halten sollte, der Linus Temperament gewachsen war. Und so kamen wir zu unserem Yuri. Er zog im Februar 2002 bei uns ein und fortan herrschte wieder Frieden in unserem Haushalt. Linus und Yuri hatten sich gesucht und gefunden und Leah endlich ihre Ruhe. Sie beteiligte sich am Spiel, wenn sie Lust hatte und wurde in Ruhe gelassen, wenn sie keine Lust mehr hatte. Wir hatten nun ein tolles Dreiergespann und hegten keine Gedanken an eine Nummer vier, weil der Platz unserer damaligen Wohnung das gar nicht zugelassen hätte.

Tja, Friede herrschte genau bis zum Frühjahr 2003 …

Da Orientalen ja seltenst alleine schlafen, sondern immer auf Kuscheln mit den anderen Vierbeinern im Haus aus sind, war das nächste Problem geboren.

Als Leah und Linus noch jung waren, kam alleine schlafen für sie auch nicht in Frage, doch je erwachsener sie wurden, um so öfter wollten sie getrennt schlafen. Dieses Siamerbe hat sich bei ihnen weniger durchgesetzt. Spielen mit Yuri war immer noch toll, aber das richtige Gekuschel, das wollten sie nicht so oft

. Immer wenn sich Yuri zum Schlafen zu einem der Beiden legen wollte, stand derjenige genervt auf, so nach dem Motto “ich will meine Ruhe”.

Yuri war völlig fassungslos !

Nun denn dachten wir, er wird sich damit abfinden … weit gefehlt !!!

Er gab seine Versuche bei den Beiden nicht auf, aber diese ließen sich nicht erweichen. Yuri wurde dadurch zusehends unglücklicher. Man sah richtig wie geknickt er in dem Augenblick war, wenn er wieder abgewiesen wurde.

Die körperliche Nähe, die unter Orientalen so typisch ist, fehlte ihm sehr. Sie mochten sich alle drei zwar sehr und spielten nach wie vor wie die Wilden miteinander, aber darüber hinaus war kuscheln out.

Yuri war irgendwann aufgrund dieser für ihn fürchterlichen Situation psychisch angeschlagen und hatte Depressionen. Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, könnte ich kaum glauben, dass es so etwas bei Tieren auch gibt.

Er hängte sich also nun verstärkt an mich, da ich in unserer Familie seine Bezugsperson bin. Da ich jedoch berufstätig war und bin, konnte ich ihm soviel Aufmerksamkeit wie er sie mittlerweile benötigte, einfach nicht geben. Es endete darin, dass er, sobald ich morgens die Wohnung verließ, Heulkonzerte startete. Mein Mann, der zu diesem Zeitpunkt leider arbeitslos war konnte ihn auch nicht trösten. Ich bin für Yuri das Ein und Alles und er auch für mich. Er tolerierte meinen Mann damals nur und das war auch schon alles. Mein Mann durfte halt hier wohnen. Das war Yuris Einstellung zu meinem Mann, die sich im Laufe der Zeit Gott sei Dank geändert hat. ;-)

Wir haben Yuri zunächst mit Bachblüten behandelt, was jedoch immer nur solange Erfolg brachte, wie wir sie anwendeten. Was heißt Erfolg ? Er wurde zwar ruhiger und die Sache entspannte sich ein wenig, aber seine Traurigkeit, die man ihm immer noch deutlich anmerken konnte, konnten sie nicht verdrängen.

Eine vierte Katze kam zum damaligen Zeitpunkt für uns eigentlich nicht in Frage, da wir damals nur 60 qm Wohnfläche hatten und wir der Meinung sind, das dies eigentlich zu klein ist.

Wir nahmen Kontakt mit unserem Tierarzt auf und mit meiner Freundin Uschi, die Orientalen züchtet sowie der Züchterin von Yuri. Nachdem auch sie keinen Rat mehr wussten und wir Yuri unter keinen Umständen abgeben wollten, haben wir uns entschlossen, den Versuch mit Katze Nummer 4 zu wagen. Natürlich sollte es wieder ein reinrassiger Orientale sein, damit Yuri sich richtig an ihn binden konnte.

Da die 60 qm Wohnung sowieso keine Dauerlösung für uns war und wir, sobald mein Mann wieder eine neue Arbeitsstelle gefunden hatte, in eine größere Wohnung umziehen wollten, war dies auch nur eine Übergangsphase in der es bei uns eben ein bisschen enger wurde.

Als wir beschlossen hatten, es mit einer 4. Katze zu versuchen, fragten wir vorsichtig bei meiner Freundin Ursula Alard von der Cattery Malakai Shiba an, was sie in Bezug auf unsere kleine Wohnung von dieser Lösung halten würde. Da sie unsere Wohnung kannte und sie wirklich katzengerecht auch in der Höhe (viele Klettermöglichkeiten und erhöhte Liegeplätze) eingerichtet war, stimmte sie unserer Überlegung zu.

Bei ihr war vor 2 Wochen ein Wurf geboren worden, wo ich mich spontan auf einem Bild schon in einen kleinen Kater verliebt hatte. Als wir den Wurf dann live sahen, stand für uns fest, er wird es und kein anderer.

Für Yuri wäre zwar eine schnellere Lösung besser gewesen, aber irgendetwas zwang mich dazu genau diesen Kater zu wollen. Ich kann das schlecht beschreiben. Es war einfach so ein Gefühl, dass er es sein musste. Nino ist übrigens fast ein Neffe von Yuri.

Die Zeit bis zu Ninos Einzug, immerhin 11 Wochen nach unserer Entscheidung, haben wir dann noch mit Bachblüten überbrückt und soviel Liebe und Zeit, die wir Yuri nur schenken konnten.

Und es hat sich gelohnt. Nach wenigen Tagen nur waren Yuri und Nino ein Herz und eine Seele. Man konnte innerhalb der nächsten 2 Wochen richtig merken, wie Yuri wieder auflebte. Er putzte den Kleinen, spielte und kuschelte mit ihm und ließ ihn am Anfang sogar an seinen “Zitzen” nuckeln *lach* und er schleifte ihn noch durch die Gegend wie eine Mutter als Nino schon relativ groß war und Yuri eigentlich aufgrund der Größe gar nicht mehr mit ihm Laufen konnte.

Wenn ich die beiden heute zusammen sehe, geht mir richtig das Herz auf. Es war von uns absolut die richtige Entscheidung. Wir haben sie nie bereut. Auch Leah und Linus haben den Kleinen akzeptiert. Leah spielt mit ihm oft und gerne und nur zu Linus ist nie eine wirklich Freundschaft entstanden. Aber sie tolerieren sich und das ist das wichtigste. Sie fressen vom gleichen Teller und manchmal erwischt man sie doch, wenn sie nebeneinander schlafen.

Nachdem unsere Leah-Lütte im Sommer 2011 leider von einem Krebsleiden erlöst werden musste, zog im Januar 2013 dann endlich eine neue Nummer 4 bei uns ein. Die kleine Rosie bereichert seitdem unser Leben. Eigentlich sollte sie den gelangweilten Nino, der doch aktiver als Yuri und Linus war, beschäftigen, was am Anfang auch sehr gut funktionierte. Doch mit jedem Tag, den Rosie älter und damit aktiver wurde, war Nino dann doch mit ihr überfordert. Was also tun ? Rosie in einen Haushalt geben, wo sie einen Spielgefährten ihrer Generation hat ? Nein, ganz bestimmt nicht. Wir wollten zwar nie 5 Katzen und eigentlich über kurz oder lang auf 2 Stück runter, aber wenn wir die Verantwortung für ein Tier übernommen haben, dann müssen wir ihm auch gerecht werden. Also zog schließlich im April 2013 Humboldt ein, um Rosie ein Spielpartner zu sein, mit dem sie genau wie unsere alten Katzen zusammen alt werden kann.

Tja, das war die lange Geschichte, wie wir zu unseren Orienauten gekommen sind.

 

 

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