– eine fotografierende Rheinländerin im Vorgebirge mit GöGa & den Orienauten –
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Die Nutria …

… oder auch Biberratte genannt !

Die Nutria ist ein Neozoon, das heißt, sie ist ein Einwanderer und war bei uns nicht immer heimisch. Sie stammt ursprünglich aus Südamerika. Ihr Pelz war früher auch in Europa sehr begehrt und auch in Deutschland trug man Nutriapelz. Die heutigen hier heimischen Populationen stammen hauptsächlich von entflohenen Tieren aus Pelztierfarmen aus den ca. 30er-Jahren, die es auch in Deutschland gab und die Nutria hat sich seitdem gut in die heimische Flora und Fauna etabliert. Auch einige absichtliche Auswilderungen soll es bereits Anfang des 20sten Jahrhunderts gegeben haben, um sie privat wegen ihres Fells und ihres wohl sehr wohlschmeckenden Fleisches bejagen zu können.

Ob Fluss, See, Teich oder Bach … Nutrias fühlen sich überall wohl … Hauptsache Wasser ! 

Die Nutria wird ca. 8 bis 10 kg schwer und erreicht bis zu 65 cm Körperlänge. Nutrias sind eigentlich reine Vegetarier und fressen Wasserpflanzen, Blätter / Stengel, Wurzeln, Früchte und ganz selten mal ein paar Schneckchen. Aber rohes Gemüse verschmähen sie auch nicht und so werden sie oftmals in der Nähe des Menschen gefüttert, was ihre Population in die Höhe schnellen lässt. An solchen Futterstellen sind die Tiere auch wenig scheu und kommen auch bis an den Menschen heran. Diese durch Fütterung rasch anwachsenden großen Gruppen werden dann oftmals nicht mehr gerne gesehen und die Gemeinden reden plötzlich von einer Plage. Nicht selten werden die Tiere dann schließlich bejagt, um die Anzahl zu reduzieren oder sie auch ganz aus dem Stadtbild zu entfernen. Also liebe Leute, ihr tut den Tieren mit einer ständigen Fütterung keinen Gefallen !!! Wenn in den Wintermonaten etwas beigefüttert wird, sag ich ja nix, denn die Nutria hält keinen Winterschlaf und das Futterangebot ist im Winter rarer. Aber eine ständige Fütterung muss nicht sein und führt höchstens dazu, dass die Tiere nicht mehr eigenständig auf Nahrungssuche gehen und evtl. Jungtiere auch gar nicht mehr ordentlich lernen, sich selbst Futter zu beschaffen.

Nutrias leben monogam als Pärchen und können bis zu dreimal im Jahr Junge bekommen. Bei gutem Nahrungsangebot (oft an durch Menschen geschaffenen Futterstellen) leben sie auch in Familienverbänden mit ihren eigenen Nachkommen von bis zu 15 Tieren in einer Gruppe.

Durch ein Foto auf Sabine’s Fotoseite wurde ich darauf aufmerksam, dass es nicht allzuweit von uns weg Nutrias geben muss. Zeitungsartikel bestätigten dies und so machten der GöGa und ich uns gestern Morgen auf, um an der „Kleinen Erft“ nach ihnen zu suchen. Den ungefähren Abschnitt des kleinen Flüsschens (sie ist vielleicht 3,50 m breit) wussten wir und so hieß es dann nur noch suchen. ;-)

Tja, wir sind die Strecke einmal bei zunehmender Schwüle hin und zurück gelaufen, ohne Nutrias gesehen zu haben. Schließlich ließen wir uns, am Anfang der Strecke wieder angekommen, am Ufer nieder, um einfach abzuwarten. Ihr wisst ja … wer in der Natur etwas bestimmtes fotografieren möchte, der braucht oftmals viel Geduld. ;-)

Ich hatte schon nicht mehr damit gerechnet und war drauf und dran nach Hause zu wollen, als plötzlich eine Nutria am gegenüberliegenden Ufer erschien. Bevor die Kamera startklar war (jaja, das macht man eigentlich vorher), war das Tierchen allerdings auch schon wieder verschwunden. Sie werden dort wohl nicht gefüttert, denn die Nutria verhielt sich recht scheu.

Also wieder ruhig verhalten und warten, bis schließlich 2 Nutrias aus ihrem Bau unterhalb dichten Pflanzenwuchses, direkt oberhalb der Wasserkante erschienen. Ein paar Fotos konnte ich machen, bevor dem GöGa als Pollen- und Gräserallergiker 2 laute Nieser entfuhren. Tja, das war zuviel und sofort verschwanden beide fluchtartig wieder in ihrem Bau. In diesem Augenblick hätte ich den GöGa erwürgen können. :motz:   :knutsch:  

Danach ließ sich nur noch eine Nutria kurz noch einmal blicken, verschwand aber auch sehr plötzlich und für mich ohne erkennbaren Grund fluchtartig wieder im Bau.

Bilder gibt es also nur sehr wenige, aber ich werde bestimmt nicht das letzte Mal dort gewesen sein.

 

 

Habt eine schöne und ruhige Woche.

Eure

 

12 Antworten auf Die Nutria …

  • Was für ein Erfolg. Ich sehe wenn überhaupt diese Tiere immer nur ganz kurz und konnte sie noch nie fotografieren.

  • Nutrias konnte ich bisher nur in Tierparks bewundern. Leider noch nie in der freien Wildbahn. Du hast schöne Bilder mitgebracht.

    LG
    Malina!

    • Hi Malina,
      ich hatte sie bislang auch erst einmal in freier Wildbahn vor der Kamera. Sehen tu ich schon ab und an mal eines bei meinen vielen Spaziergängen. Nur dann sind sie meist zu weit weg.
      LG Frauke

  • Hallo Frauke,

    sehr schön die Geschichte von den Nutrias und dem GöGa. Ich kann Deine Gelüste nach den Niesern verstehen, wäre mir auch so gegangen. Aber Du hast ja doch noch ein paar sehr schöne Aufnahmen bekommen. Wenn Du das nächste Mal dorhin willst, sag bescheid. Das instessiert mich natürlich auch. Nutrias :hechel: das ist ja fast besser wie Nattern :green:

    VG
    Helmut

  • Wow,

    tolle Aufnahmen wenn auch wenige von interessanten Tieren.
    Auch dein Wissen was du uns wieder mitteilst ist super, hier bei dir lernt man immer wieder dazu.
    Da möchte ich mich auch gerne mal anschließen um diese schönen Tiere beobachten zu können.

    LG
    Andreas

  • Super schöne Fotos konntest Du machen ich finde diese Tiere soo klasse, auch wenn Einwanderer schnell zur Plage werden können. Leider gibt es hier keine, da würde ich auch Stunden sitzen und warten um sie beobachten zu können.

    LG Soni

  • Huhu leine Frauke,
    Wahnsinns Fotos – Wahnsinns Glück – Gratulation…das gelingt nicht jedem :) Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag und schon mal ein entspanntes Wochenende!! Dicke Knuddels von Deiner Biene nebst Kampfkatzis :( Babsy und Urmel haben seit voriger Woche wieder mal Stress, weil wir mit Babsy beim TA waren :(

  • Die Mama hat schon welche in ihrer Heimatstadt gesehen, da sind sie auch sehr erfolgreich in der Verbreitung gewesen :nicken:
    Schnurrer Engel und Teufel

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