Kategorien
Schnüffel-Archive

Der Kölner Melatenfriedhof

 

Der Melaten-Friedhof ist der Zentralfriedhof von Köln und liegt an der nördlichen Grenze des Stadtteils Lindenthal im Stadtbezirk Köln-Lindenthal. Der 435.000 m² große Friedhof ist von der Anzahl der Grabstätten (ca. 55.000) der größte städtische Friedhof.

Der Name „Melaten“ rührt von dem bereits im 12. Jahrhundert an dieser Stelle nachgewiesenen Heim für Kranke und Aussätzige (dem Siechenhaus). 1243 wurde der „hoff to Malaten“ (Hof zu Melaten) erstmals urkundlich erwähnt. Im Mittelalter war Melaten das größte Siechenhaus in Deutschland. Seit mindestens 1285 diente ein nahe Melaten liegendes Areal, genannt Rabenstein, auch als Hinrichtungsstätte.

Während der französischen Besatzungszeit in Köln, die am 6. Oktober 1794 begann, änderte sich das Begräbniswesen durch ein Kaiserliches Dekret über Begräbnisse. Es untersagte, aus vor allem hygienischen Gründen, Beerdigungen innerhalb von Städten, Dörfern und geschlossenen Gebäuden. Die Stadtverwaltung kaufte deshalb ein Grundstück auf dem Gelände des ehemaligen Leprosenasyls und ließ die meisten Gebäude abreißen. Die Kapelle des Leprosenheimes wurde in den Friedhof integriert. Von Anfang an wurde der Friedhof auch als Erholungsstätte und als öffentliche Grünanlage geplant und am 29. Juni 1810 wurde der Melatenfriedhof  durch den Dompfarrer Michael Joseph DuMont eingeweiht und die Friedhöfe innerhalb der Stadt wurden geschlossen. Das erste Begräbnis auf dem Melatenfriedhof fand am 1. Juli 1810 statt.

Trotz mehrerer Erweiterungen wurde der Friedhof dann doch irgendwann zu klein, sodass zu seiner Entlastung ab 1896 wieder weitere Friedhöfe eröffnet wurden.

Quelle: Wikipedia.

 

Dass der Melatenfriedhof nicht nur als Friedhof, sondern durchaus als Park genutzt wird, konnte ich letzte Woche Samstag und Sonntag bei einem Besuch feststellen. Viele Menschen, darunter auch Pärchen mit Kind, nutzen den Friedhof für einen Spaziergang und bei schönem Wetter auch einer Rast auf einer der Bänke und genießen die Ruhe dort. Trotz seiner städtischen Lage und Köln ist nunmal keine Kleinstadt herrscht auf dem Friedhof wirklich Stille. Kaum Verkehrslärm dringt durch die Mauern. Ein wirklicher Erholungsplatz für Kölner Bewohner also, die einfach mal Ruhe haben möchten, ohne gleich aus der Stadt hinausfahren zu müssen. Gleichzeitig ist der Melatenfriedhof als Landschaftsschutzgebiet gekennzeichnet, in dem viele verschiedenen Arten aus Flora und Fauna zusammenleben. Hase und Igel, Eule und Fuchs, Mäuse, Fledermäuse, Insekten, Eichhörnchen und viele weitere Bewohner tummeln sich hier, die man zum großen Teil aber nur nachts oder in ganz frühen Morgenstunden dort antrifft.

Arm und Reich sind hier zusammen begraben. An den Hauptwegen die Reichen. Hier wurde / wird präsentiert. Viele prunkvolle Gräber sind noch aus dem 19. Jahrhundert. Auch im Tod sollte der vorhandene Reichtum zu Lebzeiten sichtbar sein.  Gruften und Gräber sind vorhanden. Auf Melaten kann nur begraben werden, der der zugehörigen Kirchengemeinde angehört, Ehrenbürger der Stadt Köln ist oder zu Lebzeiten schon eine Patenschaft über eine vorhandene Grabstätte übernommen hat. Viele bekannte Persönlichkeiten der Stadt Köln liegen hier begraben.

Die wohl mit Bekanntesten über das Rheinland hinaus dürften der Schauspieler Willy Millowitsch, der Schriftsteller Konsalik und der Komiker Dirk Bach sein. Die Gräber von Millowitsch und Bach passen wunderbar zu den Beiden, wenn man das überhaupt so sagen kann/darf.

Herr Millowitsch, seines Zeichens damals ein sehr beliebter, aber absolut bodenständiger Mann, der nie Aufhebens um seinen Bekanntheitsgrad machte, hat ein schlichtes einfaches Familiengrab.

 

Tja, und Dirk Bach … seht selbst … bunt und schillernd, so wie man Dirk Bach kannte. :-)

Die rosa Skulptur in dem Glaskasten rechts neben dem Grabstein ist übrigens der „Deutsche Comedypreis“.

Damit ausgezeichnet werden sollten 2013 seine Co-Moderatorin beim Dschungelcamp Sonja Zietlow und sein Nachfolger Daniel Hartwich. Beide lehnten die Annahme des Preises aus Respekt für Dirk Bach ab, weil dieser die Ehrung verdient gehabt hätte.

Die rosa Bank wurde von seiner guten Freundin Hella von Sinnen gestiftet und steht direkt neben dem Grab unter einem alten Baum, damit man eine Audienz beim „Mäusekönig“ abhalten kann, was der GöGa und ich auch getan haben. :-)

 

 

Und nun ein paar Eindrücke von anderen Grabanlagen …

 

Samstag also war ich zusammen mit dem GöGa auf dem Friedhof und nachdem ich dort neben vielen schönen Gräbern auch eine Vielzahl von Eichhörnchen ausmachen konnte und einige davon auch fotografieren, war mein „Jagd“instinkt geweckt *ggg*. Da der GöGa ja beim Warten aufs richtige Motiv nicht ganz so viel Geduld mitbringt, stand für mich fest … am nächsten Tag fährst du nochmal allein hin. :mrgreen:

Wie schön, dass die Eichhörnchen dort bestechlich sind *ggg*. Mit ein bisschen Geduld und vor allem Verständnis für das Tier und vielen Nüssen bewaffnet klappte die „Zusammenarbeit“ ganz gut und so konnte ich ein paar schöne Hörnchenfotos mitbringen. :-)

 

 

Aber auch ein paar Vögel konnte ich fotografieren …

 

Und darf ich vorstellen … die Friedhofskatze. :-)

 

Die Katze lebt tatsächlich auf dem Melatenfriedhof und wird dort täglich von 2 Damen versorgt und beschmust. Zur Zeit hat sie ziemlich mit den blöden Grasmilben zu kämpfen, wird aber dagegen behandelt.

Tja, jetzt reicht es aber für heute. ;-)

Ich hoffe, der Post samt Bilder hat euch gefallen.

Habt noch einen schönen Mittwoch. :-)

Eure

 

15 Antworten auf Der Kölner Melatenfriedhof

  • Mal wieder sehr schöne Fotos von dir, aber das Eichhörnchen ist doch mein Favorit, zu putzig :huepfdreh:

    Liebe Grüße von Mathilda :nicken:

  • Das sind ja super schöne Aufnahmen von den Eichhörnchen. Ich bin ganz begeistert. Aber auch der Friedhof an sich ist wirklich sehr schön und ich bin gerne mit dir dort gewesen.

  • Sehr spannend die Geschichte von dem Friedhof und so erhaben die alten Gräber. Dirk Bach seines passt wie die Faust aufs Auge, auch moderne Gräber sagen etwas aus. Das Eichhörchen ist total niedlich und wunderbar getroffen, ja da braucht es wirklich vieeeel Geduld um solche Fotos hinzubekommen. Die haben wir leider nicht. Begleite dich ja fast jeden Tag und gucke was du so machts, musste hier einfach noch einen Kommentar hinterlassen. LG Hildegard

    • Huhu Hildegard. :-)
      Ja, Dirk Bachs Grab ist der Knaller. Mir gefällt es. Hauptsache es passt zu ihm, das ist wichtig. :-)
      Mit Hund zusammen und vor allem mit Aussies ist das ja nicht so einfach *lach*. Da war das Berner Untier pragmatischer *lol*.
      Ich danke dir für den Kommentar. Hab ein schönes Wochenende. :-)
      LG Frauke

  • Superschöne Fotos, liebe Frauke – aber von Dir sind wir ja auch nichts anderes gewohnt. Total begeistert bin ich jedoch, genau wie Mathilda, von Deinen Hörnchenfotos. Fantastische Bilder sind Dir da gelungen. Zu schön mit der dicken Nuss im Mäulchen. Toll! Vielen vielen Dank fürs Zeigen!

    Dir einen schönen Tag und ganz liebe Grüße zu Dir,
    Kerstin

  • Sehr schöne stimmungsvolle Fotos. Ich mag die Figur, die so theatralisch die Hand zum Himmel reckt.
    Aber das Eichhörnchen stielt den Figuren die Schau. Fette Beute hat es gefunden. Ein Walnussbaum auf dem Friedhof. Super für die dort lebenden Tiere.

    LG Christiane

    • Huhu Christiane,
      ja, die Eichhörnchen stehlen allerdings die Schau. Sie sind aber auch Zucker. :-) Die Nuss stammt übrigens nicht von einem Walnussbaum auf dem Friedhof … ich hatte Nüsse zur Bestechung mitgebracht. ;-)
      LG Frauke

  • Boah ey…ich bin soooo seeeeehr neidisch auf Deine super duper tollen Bilder von dem Eichhörnchen!!! Wahnsinn wie toll Du das Tier getroffen hast. Einfach perfekt, besser geht es kaum. Ich schmelze hier gerade total dahin!

    Zu dem Friedhof kann ich sagen: mich gruselt er etwas.

    LG
    Malina!

  • Sehr beeindruckender Friedhof. Hat etwas von Park und deshalb ein sehr schöner Friedhof.
    Persönlich ist mir die Ruhestätte von Dirk Bach etwas so bunt und wirr. Aber wie du schon schriebst, so war er halt, ein witziger bunter Mensch. Kaum zu glauben, dass es nächsten Monat drei Jahre her ist :traurignick:

    Für die Eichhörnchen ist das Gelände ein Traum, trotz Katze :)
    Finde ich gut, dass sie versorgt wird :)

    Vielen Dank für das Zeigen der tollen :foto: :daumenhoch:

    LG
    Marlene

    • Huhu Marlene,
      ja, der Friedhof ist toll. :-)
      Für mein Grab wäre die bunte Gestaltung auch nix … würde eben nicht passen. Ich möchte mal in einem Friedwald unter einem Baum beerdigt werden. Mitten in der Natur, ohne dass jemand ein Grab pflegen muss … das passt zu mir. :-)
      Die Katze interessiert sich glaube ich null für die Hörnchen. Sie ist figurmäßig nicht gerade die Sportlichste und hätte in Sachen Schnelligkeit keine Schnitte. :mrgreen:
      LG Frauke

  • genial, chapeau! der gesamte beitrag – informativ, melancholie gepaart mit lebendigkeit, lebenslust, abschied, trauer. echt beeindruckend. die fotos sind natürlich erste sahne!
    liebe grüße!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

:neinnein: 
:huepf: 
:kopfkratz: 
:augenroll: 
:kopfschuettel: 
:traurignick: 
:hunger: 
:frier: 
:liebe: 
:huepfdreh: 
:-) 
:nicken: 
;-) 
:besenreit: 
:wink: 
:lalala: 
:zwinkergrins: 
:wink1: 
:totlach: 
:rotwerd: 
:cool: 
:foto: 
:knutsch: 
:mrgreen: 
:-( 
:gehen: 
:eis: 
:daumenhoch: 
:schreib: 
:kaffee: 
:motz: 
:floet: 
:haue: 
:panik: 
:prost: 
:skeptisch: 
:hechel: 
:green: 
:heul: 
:hust: 
:herz: 
:love: